Erich Kästner-Gymnasium       Castroper Str. 7, 50735 Köln-Niehl; Tel.: 0221-93 88 999 0, Fax: 0221-93 88 999 22

Emailkontakt: Email an das EKG

Startseite |  News |  Über uns |  Klassenplaene |  Fotos  | Termine |  AG-Übersicht |  Forum |  Gästebuch | Linkliste

 

Gewaltprävention am Erich Kästner-Gymnasium

 

Ein Gespräch mit Herrn Kegel und Schülern und Lehrern der achten Klassen

Seit fünf Jahren findet am Erich Kästner-Gymnasium regelmäßig in den achten Klassen ein Projekttag zur Gewaltprävention statt. Der Tag, der von Herrn Kegel, unserem Bezirkspolizisten, durchgeführt wird, ist fester Bestandteil unseres Schulprogramms und stößt bei den Schülerinnen und Schülern der 8 - wie sich im folgenden Gespräch zeigt - auf gute Resonanz:


Wie ist der Projekttag gestaltet?


Herr Kegel:
Es gibt keine genaue Festlegung für den Verlauf des Projekttages. Ich richte mich weitgehend nach den Wünschen der Klasse. In den Rollenspielen – die sind bei den Schülern sehr beliebt – stellen wir Situationen aus dem Alltag dar, bei denen die Schüler ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen. In den anschließenden Gesprächsrunden werden dann Möglichkeiten im Umgang mit Ängsten und Verhaltensalternativen besprochen.
Wichtige Themen sind immer aber z.B. sexuelle Gewalt an Mädchen - also beispielsweise: Wie verhalte ich mich, wenn jemand in der Bahn zudringlich wird? Das ist aber natürlich auch ein Thema für Jungen. Wir spielen und besprechen auch immer die Frage: „Wie stelle ich Öffentlichkeit her in einer Situation, die mir Angst macht?“ weil ja in dem Moment, wo andere Menschen mich in der Problemsituation sehen, die Situation schon weniger gefährlich ist.
Wichtig ist zu erkennen: Es gibt keine optimalen Lösungen für Angst besetzte Situationen; man kann nur Lösungen andenken. Für den Projekttag habe ich eigentlich drei wichtige Ziele, die die Schülerinnen und Schüler „mitnehmen“ sollen:

1. Es gibt Verhaltensmöglichkeiten, an die ich denke, mich erinnere, die ich anwenden kann.

2. Es gibt körperliche Grenzen, auch bei eigentlich starken Leuten, z.B. durch das Problem der Angststarre.

3. Planung unvorhersehbarer Reaktionen auf Gewaltsituationen, die den Angreifer überraschen. Das Überraschungsmoment kann man dann ausnutzen.

Hendrik:
Wir haben die Spiele auch sehr informativ und lehrreich gefunden. Man lernt besser mit den Situationen umzugehen.

Zoe:
Ich musste ein Rollenspiel mit Jungen machen. Also, wie sie einen betatschen wollen. Ich wusste ja, dass es die Leute aus der Klasse sind. In einer wirklichen Situation würde ich, glaube ich, härter reagieren.

Wie verging die Zeit an diesem Projekttag?



Nurcan:
Der Tag war ganz schnell vorbei. Es wäre besser gewesen, wir hätten mehr Zeit gehabt für die Rollenspiele.

Hendrik:
Ja, eigentlich für beides. Mehr Zeit für die Rollenspiele und für die Besprechungen. Wir hätten einen ganzen Tag brauchen können.

Sebastian:
Ein ganzer Tag wäre besser. Denn: manche spielen gern Rollenspiele, manche reden gern. Dafür, für einen solchen Projekttag, würde man auch den Nachmittag „opfern“, auch wenn der eigentlich Freizeit ist. Es ist ja nur ein einziger Tag im ganzen Schuljahr.

Sollte es ein weiteres Training zur Gewaltprävention in der Sekundarstufe I geben?



Nurcan:
Jaa!

Herr Kegel:
Ja! Ein häufigeres Training erhöht die Wahrscheinlichkeit der Anwendung. Man hat die verschiedenen Reaktionsmöglichkeiten einfach besser präsent.

Fr. Ermschel (links):
Ich finde auch, dass eine Wiederholung nötig wäre; es sollte einen weiteren Termin geben.

Jochen:
Spätestens in der Oberstufe – vielleicht in der 11 - ist eine neue Veranstaltung nötig.

Zoe:
Vielleicht ist eine Wiederholung nicht für jede Klasse sinnvoll; einzelne Klassen könnten es vielleicht uncool finden.

Herr Kegel:
Ja, die Jungen, die älter sind als 14, finden das Präventionstraining in öffentlichen Angeboten vorher oft uncool. Sie möchten nicht als schwach gelten. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie meist gut teilnehmen und auch mit Gewinn aus einem solchen Training rausgehen. Es ist einfach so: die Abrufbarkeit; das heißt, dass einem die verschiedenen Verhaltensmöglichkeiten in einer schwierigen Situation auch einfallen – ist nach einem Tag nicht gesichert ohne Wiederholung. Eine Wiederholung wäre auch in einer Doppelstunde möglich.

Sebastian:
Denn die Erinnerung geht doch relativ schnell verloren.

Herr Kegel:
Ich komme gern, wenn die Klassenlehrer z.B. zu einem bestimmten Aspekt eine Projektstunde vorschlagen.

Welche Wünsche haben Sie an das Erich Kästner-Gymnasium, Herr Kegel??



Herr Kegel:
Die Lehrer müssen das Signal geben. Eventuell ist eine Themenabsprache wichtig für die Klassen und besonders für mich ist es eine große Erleichterung meiner organisatorischen Arbeit, wenn Terminvorschläge mit Auswahlmöglichkeiten gemacht werden.

Der Gewaltpräventionstag hat als Schwerpunktthema gefährliche Situationen im außerschulischen Alltag. Gibt es auch Bezüge zum Schulalltag?



Hendrik:
Jaa!

Herr Kegel:
Man kann auf dem Schulweg und in der Bahn in gefährliche Situationen geraten.

Sebastian:
Auch in der Klasse. Wenn z.B. gemobbt wird.

Zoe:
In unserer Klasse finde ich es nicht so schlimm mit dem Mobben, aber ich glaube, es kommt vor. Schüler sagen oft nichts aus Angst, dann selbst als nächste angegriffen zu werden.

Herr Herr:
Ich weiß, dass das Mobben in vielen Klassen ein großes Problem darstellt. Für die Schüler ist es schwer, darüber zu reden. Viele möchten lieber nichts darüber sagen und dann ist es besonders schwierig, über das Mobbing zu sprechen und das Problem mit der Klasse gemeinsam zu lösen.

Fr. Ermschel (links):
Für die Schüler, die betroffen sind, ist es sicher immer schlimm. Da würde ich mir dann eine Wiederholungsstunde bei Herrn Kegel wünschen. Es ist schwer, sich richtig zu verhalten, ohne als „Petze“ zu gelten - oder wenn man selbst betroffen ist, dass es dann noch schlimmer wird. Das ist aber gerade das Verhalten, dass das Mobbing z.B. so leicht macht.

Information:In Verbindung mit dem Gewaltpräventionstag wird den Schülerinnen und Schülern der achten Klassen in der Schule ein Selbstverteidigungskurs angeboten.

I. Mohr


 

 HTML-Implementierung: Tolga Hozer  |  Fotos: Marcel Klein

Impressum       Datenschutz                   Stand: 19. April 2005