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Beschreibung des Projekts

Viareggio – Entwicklung eines italienischen Seebades - Das Projekt:

Da die Studienfahrt der Jahrgangsstufe 13 unseres Gymnasiums, deren Ziel die Toskana war, mit den Unterrichtsinhalten der verschiedenen Fächer verknüpft werden sollte, bot sich für die Schülerinnen und Schüler des Erdkundekurses die Planung, Durchführung und Auswertung einer praktischen Arbeit an.

Die folgenden Voraussetzungen beeinflussten unsere Arbeit:

  • Stadtgeografie war Unterrichtsthema des Erdkundegrundkurses in der Jahrgangsstufe 12.2
  • Die Aufenthaltsdauer am Ort von nur fünf Tagen mit einem dichten Tagesprogramm
  • Das Hotel, in dem die Gruppe während ihres Aufenthalts untergebracht war, sollte in Viareggio oder einem der Nachbarorte liegen. (tatsächliche Lage: Marina di Pietrasanta)
  • Als besonderes Plus: Wir konnten auf die Doktorarbeit von Dr. Erhard Schlieter, dem früheren Leiter des Kölner Verkehrsamtes, zum Thema „Viareggio, Entwicklung eine italienischen Badeortes zurückgreifen, in der der Entwicklungsstand des Ortes Mitte der sechziger Jahre untersucht worden ist.

Planung

  • Information über Lage, Geschichte und heutiges Bild durch eine Internetrecherche
  • Information über die Entwicklung Viareggios durch Dr. Schlieter
  • Begrenzung des Untersuchungsraumes und Absprache über die Kartierungskriterien
  • Vorbereitung der Kartierungskarten

und Durchführung:

Nach der Kartierung der Viale Daniele Manin werden die Kartierungsergebnisse in Köln als Karte und Diagramm zusammengefügt und von der Gruppe gemeinsam ausgewertet. Das Ergebnis wurde gemeinsam formuliert.

Angesichts der knappen Unterrichtszeit bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler die sich ergebenden Aufgaben arbeitsteilig in Gruppen zusätzlich zu den „normalen“ Unterrichtsinhalten in ihrer Freizeit. Lediglich die Information durch Dr. Schlieter die anschließende konkrete Planung des Vorhabens und die gemeinsame Auswertung der Ergebnisse geschah im Unterricht selbst. Der große zusätzliche Arbeitsaufwand und die guten Ergebnisse wurden als Leistung der sonstigen Mitarbeit in die Erdkundenote mit einbezogen.

i. Mohr

Dr. Schlieter informiert den Ek-Kurs

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Wo Viareggio liegt

Viareggio- Entwicklung eines italienischen Seebades

Lage und Standortfaktoren:
Viareggio ist eine Stadt im Nordwesten Italiens. Die Stadt grenzt an die Küste der Versilia und liegt westlich des Bergzugs der Apuanischen Alpen. Diese zwei Standortfaktoren begünstigten die Gründung der Stadt:

  • Das Meer bietet Zugang zum Handel Mittelmeerraums.
  • Ein kleiner Fluss, der Fosso Farabola, ermöglicht die Anlage eines Hafens.
  • Des Weiteren war die „via regia“ ein wichtiger Handelsweg zum Inneren des Landes. So konnten wichtige Handelsplätze wie Florenz, Pisa oder Lucca den Zugang zum Meer erreichen.
  • Die Apuanischen Alpen schützen sowohl die Stadt vor Gegnern als auch vor den kühlen nördlichen Winden.

Die Entwicklung der Stadt:
Der ursprüngliche Kern der Stadt mit seinen zentralen Einrichtungen – Kirche, Platz, ersten Lagerhäusern - befindet sich etwas entfernt vom Meer im Landesinneren. Die Stadt breitet sich zunächst am Fluss – Fosso Farabola - und nach Norden entlang des Meeres aus. Schon im Jahre 1685 kann man die Verlängerung der Entwicklungsachse zum Norden hin beobachten. Da der Handelsweg vorhanden ist, folgt die Bebauung, da der Handel gute Verdienstmöglichkeiten bot.

Viareggio im Jahre 1685

Im Jahre 1847 erkennt man die ersten größeren ausgewiesenen Planungsgebiete im Osten der vorhandenen Siedlungsfläche. Hier breitet sich die Stadt nun weiter am Fluss ins Landesinnere aus. Der Fluss galt also als Leitlinie für die Entwicklung. Es fand eine weitere Ausbreitung nach Norden hin statt. Wie schon zuvor hat sich die Struktur der Stadt schachbrettartig entwickelt. Da die Stadt nun weiter wächst, entstehen auch kulturelle Einrichtungen im Inneren der Stadt. So wurden z.B. eine Arena für Pferderennen gebaut.

Im Stadtplan von 1883 kann man eine Eisenbahnlinie erkennen, welche parallel zur Küstenlinie verläuft. Diese unterstützte in erster Linie den Handel. Die Mole dient nach wie vor als Hafen und ist damit Warenumschlagsort.
Die Bebauung der Stadt ist nun sehr dicht und die Stadt breitet sich weiterhin nach Norden aus. Es gibt nun auch weitere Hinweise, welche auf einen ambitionierten Tourismus hindeuten: Es werden Badeanstalten direkt am Meer gebaut und außerdem gibt es an der Küsten eine große Parkanlage. Die gründerzeitlichen, prächtigen Hotels entstehen.
Auch für den Tourismus ist die neue Eisenbahn wichtig, sie ist die zur damaligen Zeit schnellste und bequemste Verbindung für die Touristen aus Lucca und Florenz.

Viareggio im Jahre 1883

Im Jahr 1932 kann man deutlich die heutige Prachtstraße an der Küste – die Viale Daniele Manin – welche von der Mole aus nach Norden ins Stadtäußere verläuft, erkennen. Außerdem wird die geschlossene, dichte und schachbrettartige Bauweise fortgesetzt. Die im Anschluss an die 1893 entstandene Parkanlage gebauten großen und prächtigen Hotels der Belle Époque bilden eine dominante Bauzeile entlang der Küstenlinie. Zum Meer hin werden sie ergänzt durch eine geschlossene Badeanstaltenzeile.

Viareggio im Jahre 1932

1965 nahm die Bebauung entlang der Küste nahezu die heutige Form an, wobei die Bebauung von der Küste zum Norden hin aufgelockerter war. In der Folgezeit wird auch der von der Küste entfernte Stadtbereich dem Hotelwesen erschlossen und es bilden sich zum Landesinnern hin Hotels und Restaurants in zweiter und dritter Reihe.
Die Postkarten aus Viareggio zeigen, dass die Stadt Viareggio um die Jahrhundertwende 1800/1900 ein exklusiver Badeort war. 1965 dagegen hatte sich Viareggio zu einem Familienbad entwickelt in dem die Hafentätigkeit zum Erliegen gekommen war.

Viareggio im Jahre 1965

Unsere Untersuchung der Viale Daniele Manin sollte uns einen Überblick über heutige Form des Tourismus in Viareggio vermitteln.


Viareggio in alten Postkarten

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Postkarte 1 Postkarte 2
Postkarte 3 Postkarte 4
Kartierung und Diagramm

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Kartierung

Diagramm
Auswertung der Kartierung
Viareggio: Auswertung der Kartierung “Viale Manin”

Der Boulevard in Viareggio “Viale Daniele Manin” grenzt direkt an die Badezone an der Küste an. Der Boulevard erstreckt sich von Süden nach Norden: zum Stadtinneren hin schließt sich die geschlossene Hotelzeile der Gründerzeit an.

Südlich des Ortszentrums und der Mole sind insgesamt elf sehr große Grundstücke vorhanden. Wegen der hohen Grundstückskosten werden hier die Gebäude zweistöckig für den Handel genutzt. Je weiter man sich vom Stadtkern entfernt, desto kleiner werden die Grundstücke. Dieses Bebauungsbild hat sich seit 1932 nicht wesentlich verändert. Im Stadtkern an der „Piazza Massimo d’Azeglio“ ist eine dichte Bebauung vorzufinden. Dort überwiegt die gastronomische Nutzung mit 45%. Offensichtlich strebt die Stadt eine Steigerung des Freizeitangebots an der Mole an. Dies wird vor allem durch die Umnutzung der Lagerhallen zu einem Freizeit – Spaßzentrum deutlich.

Es schließt sich eine Zone an, in der die großen Gastronomieeinrichtungen der Gründerzeit nun restauriert und modernisiert worden sind.
Je weiter man sich vom Stadtkern entfernt, desto mehr lockert sich die Bebauung auf. In diesem Bereich überwiegt das Angebot an Waren des mittelfristigen Bedarfs mit über 60%, wie z.B. Kleidung und Drogerie.

Wir unterscheiden also auf der Viale Daniele Manin verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Angeboten an die Touristen:

  • Spaßtourismus im Bereich der früheren Mole
  • Gastronomie für die mittleren Einkommensschichten im südlichen dichtbebauten Bereich des Boulevards
  • und den nördlicheren locker bebauten Bereich der Straße mit dem Angebot von Designerwaren und hochwertigen Ausstattungswaren für einkommensstärkere Gäste.

Als Badeort zeigt Viareggio heute also ein uneinheitliches Profil: Während die neuen Einrichtungen im Molenbereich eher ein jüngeres Publikum anziehen, besteht nach wie vor gleichzeitig das Bild eines Familienbades – präsentiert durch die Bagni und das Gastronomieangebot im mittleren Teile der Viale Daniele Manin. Zugleich aber – dies scheinen die Restaurierung einiger der prächtigen gründerzeitlichen Restaurant und Hotels sowie die Geschäftsstruktur im nördlichen Teil des Boulevards zu zeigen – sollen auch die Gutverdiener (aus Lucca und Florenz?) angesprochen werden.


Dank

Wir möchten uns besonders herzlich bei Dr. Schlieter für seine freundliche Unterstützung unseres Unterrichtprojektes bedanken und dafür, dass er uns seine Arbeitsergebnisse erläutert hat und uns erlaubt, sie hier zu zeigen.

Der GK EK