
Viareggio – Entwicklung eines italienischen Seebades - Das Projekt:
Da die Studienfahrt der Jahrgangsstufe 13 unseres Gymnasiums, deren Ziel die Toskana war, mit den Unterrichtsinhalten der verschiedenen Fächer verknüpft werden sollte, bot sich für die Schülerinnen und Schüler des Erdkundekurses die Planung, Durchführung und Auswertung einer praktischen Arbeit an.
Die folgenden Voraussetzungen beeinflussten unsere Arbeit:
Planung
und Durchführung:
Nach der Kartierung der Viale Daniele Manin werden die Kartierungsergebnisse in Köln als Karte und Diagramm zusammengefügt und von der Gruppe gemeinsam ausgewertet. Das Ergebnis wurde gemeinsam formuliert.
Angesichts der knappen Unterrichtszeit bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler die sich ergebenden Aufgaben arbeitsteilig in Gruppen zusätzlich zu den „normalen“ Unterrichtsinhalten in ihrer Freizeit. Lediglich die Information durch Dr. Schlieter die anschließende konkrete Planung des Vorhabens und die gemeinsame Auswertung der Ergebnisse geschah im Unterricht selbst. Der große zusätzliche Arbeitsaufwand und die guten Ergebnisse wurden als Leistung der sonstigen Mitarbeit in die Erdkundenote mit einbezogen.
i. Mohr
Viareggio- Entwicklung eines italienischen Seebades
Lage und Standortfaktoren:
Viareggio ist eine Stadt im Nordwesten Italiens. Die Stadt grenzt an die Küste der Versilia und liegt westlich des Bergzugs der Apuanischen Alpen. Diese zwei Standortfaktoren begünstigten die Gründung der Stadt:
Die Entwicklung der Stadt:
Der ursprüngliche Kern der Stadt mit seinen zentralen Einrichtungen – Kirche, Platz, ersten Lagerhäusern - befindet sich etwas entfernt vom Meer im Landesinneren. Die Stadt breitet sich zunächst am Fluss – Fosso Farabola - und nach Norden entlang des Meeres aus. Schon im Jahre 1685 kann man die Verlängerung der Entwicklungsachse zum Norden hin beobachten. Da der Handelsweg vorhanden ist, folgt die Bebauung, da der Handel gute Verdienstmöglichkeiten bot.
Im Jahre 1847 erkennt man die ersten größeren ausgewiesenen Planungsgebiete im Osten der vorhandenen Siedlungsfläche. Hier breitet sich die Stadt nun weiter am Fluss ins Landesinnere aus. Der Fluss galt also als Leitlinie für die Entwicklung. Es fand eine weitere Ausbreitung nach Norden hin statt. Wie schon zuvor hat sich die Struktur der Stadt schachbrettartig entwickelt. Da die Stadt nun weiter wächst, entstehen auch kulturelle Einrichtungen im Inneren der Stadt. So wurden z.B. eine Arena für Pferderennen gebaut.
Im Stadtplan von 1883 kann man eine Eisenbahnlinie erkennen, welche parallel zur Küstenlinie verläuft. Diese unterstützte in erster Linie den Handel. Die Mole dient nach wie vor als Hafen und ist damit Warenumschlagsort.
Die Bebauung der Stadt ist nun sehr dicht und die Stadt breitet sich weiterhin nach Norden aus. Es gibt nun auch weitere Hinweise, welche auf einen ambitionierten Tourismus hindeuten: Es werden Badeanstalten direkt am Meer gebaut und außerdem gibt es an der Küsten eine große Parkanlage. Die gründerzeitlichen, prächtigen Hotels entstehen.
Auch für den Tourismus ist die neue Eisenbahn wichtig, sie ist die zur damaligen Zeit schnellste und bequemste Verbindung für die Touristen aus Lucca und Florenz.
Im Jahr 1932 kann man deutlich die heutige Prachtstraße an der Küste – die Viale Daniele Manin – welche von der Mole aus nach Norden ins Stadtäußere verläuft, erkennen. Außerdem wird die geschlossene, dichte und schachbrettartige Bauweise fortgesetzt. Die im Anschluss an die 1893 entstandene Parkanlage gebauten großen und prächtigen Hotels der Belle Époque bilden eine dominante Bauzeile entlang der Küstenlinie. Zum Meer hin werden sie ergänzt durch eine geschlossene Badeanstaltenzeile.
1965 nahm die Bebauung entlang der Küste nahezu die heutige Form an, wobei die Bebauung von der Küste zum Norden hin aufgelockerter war. In der Folgezeit wird auch der von der Küste entfernte Stadtbereich dem Hotelwesen erschlossen und es bilden sich zum Landesinnern hin Hotels und Restaurants in zweiter und dritter Reihe.
Die Postkarten aus Viareggio zeigen, dass die Stadt Viareggio um die Jahrhundertwende 1800/1900 ein exklusiver Badeort war. 1965 dagegen hatte sich Viareggio zu einem Familienbad entwickelt in dem die Hafentätigkeit zum Erliegen gekommen war.
Unsere Untersuchung der Viale Daniele Manin sollte uns einen Überblick über heutige Form des Tourismus in Viareggio vermitteln.
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Der Boulevard in Viareggio “Viale Daniele Manin” grenzt direkt an die Badezone an der Küste an. Der Boulevard erstreckt sich von Süden nach Norden: zum Stadtinneren hin schließt sich die geschlossene Hotelzeile der Gründerzeit an.
Südlich des Ortszentrums und der Mole sind insgesamt elf sehr große Grundstücke vorhanden. Wegen der hohen Grundstückskosten werden hier die Gebäude zweistöckig für den Handel genutzt. Je weiter man sich vom Stadtkern entfernt, desto kleiner werden die Grundstücke. Dieses Bebauungsbild hat sich seit 1932 nicht wesentlich verändert. Im Stadtkern an der „Piazza Massimo d’Azeglio“ ist eine dichte Bebauung vorzufinden. Dort überwiegt die gastronomische Nutzung mit 45%. Offensichtlich strebt die Stadt eine Steigerung des Freizeitangebots an der Mole an. Dies wird vor allem durch die Umnutzung der Lagerhallen zu einem Freizeit – Spaßzentrum deutlich.
Es schließt sich eine Zone an, in der die großen Gastronomieeinrichtungen der Gründerzeit nun restauriert und modernisiert worden sind.
Je weiter man sich vom Stadtkern entfernt, desto mehr lockert sich die Bebauung auf. In diesem Bereich überwiegt das Angebot an Waren des mittelfristigen Bedarfs mit über 60%, wie z.B. Kleidung und Drogerie.
Wir unterscheiden also auf der Viale Daniele Manin verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Angeboten an die Touristen:
Als Badeort zeigt Viareggio heute also ein uneinheitliches Profil: Während die neuen Einrichtungen im Molenbereich eher ein jüngeres Publikum anziehen, besteht nach wie vor gleichzeitig das Bild eines Familienbades – präsentiert durch die Bagni und das Gastronomieangebot im mittleren Teile der Viale Daniele Manin. Zugleich aber – dies scheinen die Restaurierung einiger der prächtigen gründerzeitlichen Restaurant und Hotels sowie die Geschäftsstruktur im nördlichen Teil des Boulevards zu zeigen – sollen auch die Gutverdiener (aus Lucca und Florenz?) angesprochen werden.
Wir möchten uns besonders herzlich bei Dr. Schlieter für seine freundliche Unterstützung unseres Unterrichtprojektes bedanken und dafür, dass er uns seine Arbeitsergebnisse erläutert hat und uns erlaubt, sie hier zu zeigen.
Der GK EK